26. Februar 2022

Meide das Böse und tu das Gute

Als wir uns am 25. September 2019 abends kurz nach 18.00 Uhr als Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern, zwei Lehrerinnen, dem Schulseelsorger aus dem ELG und unserer Dolmetscherin aufgemacht hatten zum Abendprogramm und auf dieser Rolltreppe in Kiew nach unten fuhren, ahnte niemand etwas und konnten wir es uns nicht vorstellen.

Rolltreppe in Kiew

 

Dass sich inzwischen so viel so verändert hat.
Dass Menschen in Not jetzt auf dieser Rolltreppe nach unten fahren,
weil sie sich dort sicherer fühlen als oben.

Krieg ist mehr als nur der Versuch, 
unterschiedliche Ansichten mit Gewalt an ein Ziel führen zu wollen.

Krieg kostet Leben und verursacht entsetzliche Angst, die sich nicht beschreiben lässt.
Krieg kann kein vertretbarer Weg sein, eine Ansicht um jeden Preis durchsetzen zu wollen.

Krieg ist durch nichts in keiner Weise zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen.

Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34, 15)

Dieser Satz findet sich in der Bibel im Alten Testament. 
Seit es Menschen gibt, 
existieren Unterschiede im Denken, im Reden, im Handeln und anderswo.
Seit es Menschen gibt, ist ein gelingendes Miteinander Gabe und Aufgabe zugleich.
Nicht nur für die, die Christen heißen und es sein wollen.

„Leben und leben lassen“ ist oft einfacher gesagt als getan.

Wie ich möchte, dass andere mit mir umgehen,
so soll, kann und darf ich mein Gegenüber behandeln.
Neu ist das nicht.

Aber auch, wenn mich das Kraft kostet, 
es meine Vergebungsbereitschaft immer wieder erfordert 
und ich Kompromisse eingehen muss, darf ich es versuchen.

Deswegen, weil ich nicht das Maß aller Dinge bin
und andere auch leben möchten und leben dürfen, 
so, wie sie es sich vorstellen und umsetzen möchten:
Miteinander und nicht Gegeneinander!

Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34, 15)

Ist das nur eine billige Wunschvorstellung,
die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat?

Jede und jeder hat es in der Hand:
Ich kann das Gute tun, obwohl ich das Gegenteil vorhabe.

Ich darf dem Frieden nachjagen.
Immer und immer wieder.
Immer noch und obwohl andere meinen,
dass alles ja doch keinen Wert habe
und nur die Starken gewinnen.

Ich darf dem Frieden nachjagen, 
ihn finden und selbst dazu beitragen,
dass er möglich und erfahrbar wird.

Für mich und für all die, die sich danach sehnen.


Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach. (Psalm 34, 15)

Nicht irgendwann.
Jetzt.