Das Elisabeth-Gymnasium gehört heute ganz selbstverständlich in die Hallesche Schullandschaft.
Als am 04. Februar des Jahres 1991 protestantische und katholische Christen im Gemeindesaal der Paulusgemeinde um Wege für ein erneuertes Schulwesen diskutierten, und zwar eines vom Evangelium her inspiriertes, platzte die Nachricht herein, dass das Bistum Magdeburg bereit sei, sich als freier Träger für ein zu gründendes katholisches Gymnasium zu engagieren. Ein Gymnasium, das
kognitives, emotionales und soziales Lernen ermöglichen, das Freude machen soll,
offen für alle ist und Vielfalt fördert. Es war der damalige Bischof in Magdeburg, Leo Nowak, welcher sich „um der Menschen Willen“ dafür eingesetzt hat. Am 01.08.1991 öffnete dann bereits das Elisabeth-Gymnasium als Schule für alle, Christen und Nichtchristen, in Halle seine Pforten. Bischof Leo hat seine Schulen interessiert begleitet und tatkräftig unterstützt. Er war ein gern gesehener Gast, sein offenherziges Lachen bleibt in Erinnerung bei denen, die ihn persönlich kennenlernen durften.
Dass es mit dem Miteinander ernst gemeint war, zeigte sich nicht nur hier, aber insbesondere bei der Einweihung des Neubaus am Standort Murmansker Straße. Der geladenen Stadtgesellschaft wurde als symbolischer Akt vom damaligen Superintendenten Buchenau ein Ball in das Publikum geworfen, der von Bischof Leo bereitwillig aufgefangen wurde. „Lasst uns auch in Zukunft die Bälle einander zuspielen!“ war das Begleitwort, mit dem die Offenheit, die Dialogbereitschaft und der Blick für eine gelebter Vielfalt in gemeinsamer Verantwortung einher ging.
Nun ist Bischof Leo am frühen Sonntagmorgen infolge einer Operation im Alter von 97 Jahren verstorben. Wir denken voller Dankbarkeit an ihn und sein Wirken zurück.
für die Schulleitung
Thomas Dölle